Sakartvelo line Ein georgisches historisches Archiv

Kesane · Forget Me Not

Ein Restaurant in Khotevi, zwischen Nikorzminda und Ambrolauri

Kesane · Forget Me Not
© Levan Davlianidze

«Kesane» heißt auf Georgisch Vergissmeinnicht. Daher der Name des Restaurants, das in Khotevi steht, etwa zehn Autominuten von Nikorzminda an der Straße nach Ambrolauri. Nikorzminda liegt schon hinter einem, bis Ambrolauri sind es noch einmal zehn Minuten. Dazwischen, zwischen den Bergen und Weinbergen Rachas, liegt ein kleiner Ort, gemacht zum Anhalten.

Eröffnet wurde Kesane im Juli 2023 von Gvantsa Kruaschwili. Doch es ist nicht nur ein Restaurant. Dazu gehören ein kleiner Laden und ein Wein-Hub, über den die Erzeugnisse der Nachbarhöfe auf den Tisch kommen: Weine kleiner rachischer Güter, Käse örtlicher Käser, Lori, der luftgetrocknete Schinken, Eingemachtes und andere Produkte aus Racha-Lechkhumi.

Der Gedanke «vom Hof auf den Tisch» klingt hier besonders selbstverständlich. Im Bergdorf ist er keine Restaurantidee, sondern eine Art, die einheimischen Erzeuger zu stützen und die Verbindung zu dem zu halten, was ringsum geschieht. Kleine Höfe bekommen einen Ort, an dem man ihre Waren probieren und kaufen kann. Als Nächstes soll ein kleines Hotel entstehen, und die wachsende Nachfrage lässt Kruaschwili schon über ein Kesane in Tiflis nachdenken. Die größte Schwierigkeit ist, wie sie sagt, dort einen Raum zu finden, der den häuslichen Ton des Hauses in Khotevi bewahrt.

In der Küche kocht man rachisch: einfach, sättigend und eng an den Ort gebunden. Wegen des Schkmeruli kommt man eigens her: Die dicke Knoblauch-Sahne-Sauce gerät fast wie ein Fondue, und man möchte Brot hineintunken, bis nichts mehr auf dem Teller bleibt. Es gibt Mtschadi mit Auflagen, Lobio, Chatschapuri, Bergkäse und Lori. Als Nachtisch Zandili, das traditionelle Gericht aus gekochtem Weizen mit Trockenfrüchten.

Auch die Weinkarte ist um das Örtliche gebaut. Ausgeschenkt werden die Weine der Nachbarn, und die berühmte Khvanchkara-Zone beginnt buchstäblich vor dem Fenster. Einen Wein, der gefällt, kann man im Laden beim Restaurant mitnehmen, ebenso Lori, Käse, Eingemachtes und andere Erzeugnisse der Gegend.

Kesane arbeitet saisonal, etwa von Ende April bis Ende Oktober. Die Küche öffnet um ein Uhr mittags. Der Raum ist klein, einen Tisch reserviert man also besser vorher. Danach bleibt nur, sich zu setzen, Schkmeruli zu bestellen, ein Glas Wein von hier einzuschenken und zuzusehen, wie draußen langsam Racha vorbeizieht.

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