Das Höhlenkloster der Königin Tamar

Das Höhlenkloster ist in eine steile Felswand über der Kura geschlagen, in der Munizipalität Aspindsa im Süden Georgiens. König Georg III. begann den Bau, seine Tochter Königin Tamar vollendete ihn: Die Hauptkirche der Entschlafung wurde 1184–1186 ausgemalt, und das Fresko bewahrt ihre Porträts — eines der wenigen zu Lebzeiten entstandenen Bildnisse Tamars.
Wardsia war als Festung an der Südgrenze des Königreichs gedacht: nach verschiedenen Angaben bis zu dreizehn Stockwerke und bis zu sechstausend Räume — Kirchen, Zellen, Refektorien, Vorratskammern, Weinkeller, eine Wasserleitung und verborgene Gänge im Fels. Das Erdbeben von 1283 riss die äußere Felsschicht ab und legte die zuvor verborgenen Höhlen frei.
1551 verwüstete der persische Schah Tahmasp I. das Kloster, später fiel die Region an die Osmanen, und Wardsia stand lange leer. Heute lebt in einem Teil der Höhlen wieder ein Kloster, der Rest ist Museumsreservat; die Anlage steht auf der UNESCO-Vorschlagsliste Georgiens.