Sakartvelo line Ein georgisches historisches Archiv

Levan II. Dadiani und die Kelasuri-Mauer

Sechzig Kilometer Türme von der Kelasuri-Mündung bis zum Enguri, und ein Streit darüber, wer sie baute.

1640

Levan II. Dadiani und die Kelasuri-Mauer
http://mazzoniguide.livejournal.com/ · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Levan II. Dadiani (1597-1657) regierte Mingrelien in den Jahrzehnten, als das vereinte georgische Königreich nicht mehr bestand und die Nachbarn einander überfielen. Er selbst ist für Raubzüge und für Geiseln bekannt, die er gegen Lösegeld nahm. Mit seinem Namen verbindet man das Befestigungssystem am linken Ufer der Kelasuri, errichtet gegen die Einfälle abchasischer Feudalherren; die gesamte Linie misst etwa sechzig Kilometer.

Eine durchgehende Mauer gab es nie: Die Erbauer stützten sich auf Steilhänge und Schluchten und sperrten nur die Durchlässe. Zweihundertneunundsiebzig Türme sind gezählt, etwa hundert stehen noch. Sie sind rechteckig, sieben mal acht oder acht mal neun Meter, vier bis sechs Meter hoch, vierzig bis hundertzwanzig Meter voneinander entfernt; wo die Mauer fehlt, klaffen bis zu tausend Meter. Die Linie beginnt an der Mündung der Kelasuri östlich von Sochumi, quert den Kodori bei Zebelda, führt an Tqwartscheli vorbei und endet beim Dorf Lekuchona am rechten Ufer des Enguri.

Wer sie wann baute, ist bis heute strittig. Die georgische Chronistik kennt eine Große Abchasische Mauer schon bei Dschuanscher, im Zusammenhang mit Ereignissen des achten Jahrhunderts, doch von jener Mauer blieb nichts. Ein Teil der Forschung datiert die erhaltenen Anlagen ins sechste Jahrhundert, ein anderer sieht in ihnen das Werk von Levan II. im siebzehnten Jahrhundert. Heute liegt die Mauer in Abchasien, wohin man nicht gelangt, und Feldforschung hat dort lange nicht stattgefunden.

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