
Eine autonome Republik im Südwesten; Subtropen, die Kurstadt Batumi, das bootsförmige Adscharische Chatschapuri.
Adscharien nimmt den subtropischen Südwesten des Landes an der Grenze zur Türkei ein, von den Stränden und Wolkenkratzern von Batumi bis zu den Gebirgspässen von Chulo und Goderdzi. Hauptstadt und größte Stadt der Region ist Batumi, Georgiens zweitgrößte Stadt und wichtigstes Schwarzmeerbad.
Die Adscharer sind eine ethnografische Gruppe der Georgier, von denen ein Teil während der jahrhundertelangen osmanischen Herrschaft den Islam annahm; heute leben orthodoxe und muslimische Gemeinden in der Region nebeneinander, und in den Bergdörfern Oberadschariens sind Heiligtümer beider Glaubensrichtungen erhalten.
Das feuchte subtropische Küstenklima steht im Gegensatz zum bergigen Landesinneren: Der Mtirala-Nationalpark ist einer der regenreichsten Orte im Kaukasus, während Hochlanddörfer noch fast wie vor Jahrhunderten von Viehzucht und Obstbau leben.
Die adscharische Tracht ist eine der markantesten Georgiens, geprägt vom Bergleben. Das Männerensemble bestand aus einem Hemd (Perangi), unten enger werdenden Hosen (Dsigwa) aus schwarzem Satin, einer wattierten Winterjacke (Subuni) oder einer sommerlichen schwarzen Satinweste (Elegi), darüber die Tschocha (Tschakura) mit ellbogenlangen Ärmeln und einem breiten gemusterten Gürtel.
Die Frauentracht umfasste ein langes blaues oder rotes Perangi-Hemd, rubinrote Baumwollhosen (Scharwali), die sich zum Knöchel hin verengten, darüber ein orangefarbenes Subun Paragi und eine wollene Schürze (Peschtemali). Der Kopf wurde mit einem Lechaki-Tuch bedeckt, darüber ein zweites, das einen Teil des Gesichts verhüllte.
Unverzichtbare Bestandteile der Männertracht waren ein Dolch, ein Kabalachi (Kopfschutz aus dünner Wolle) und gestrickte Wollsocken mit weichen Lederschuhen (Patschula), Ausrüstung für Berg und Feldarbeit.