Die kartwelischen Sprachen sind eine eigenständige Sprachfamilie des Südkaukasus: Georgisch, Mingrelisch, Lasisch und Swanisch. Sie sind nicht mit den indoeuropäischen oder turksprachigen Sprachen verwandt.

Die kartwelischen (südkaukasischen) Sprachen bilden eine eigenständige Sprachfamilie, die weder mit den indoeuropäischen noch mit den turk- oder semitischen Sprachen verwandt ist. Zu ihr gehören Georgisch, Mingrelisch, Lasisch und Swanisch.
Georgisch ist die einzige von ihnen mit einer langen Schrifttradition und Staatssprachenstatus. Mingrelisch und Lasisch (zusammen Sanisch genannt) werden in Westgeorgien und an der Schwarzmeerküste gesprochen, während Swanisch, verbreitet im bergigen Swanetien, als der am frühesten abgespaltene Zweig gilt.
Die Tiefe der Aufspaltung der Familie wird auf mehrere Jahrtausende geschätzt. Für die Geschichte der Region sind die kartwelischen Sprachen einer der wichtigsten Belege für das Alter und die Eigenständigkeit der Bevölkerung des Südkaukasus.
Die Verwandtschaft innerhalb der Familie und die Ursprache (Protokartwelisch) wurden mit Methoden der vergleichenden Sprachwissenschaft rekonstruiert. Die Grundlagen dieser Arbeit legten georgische Linguisten – Arnold Tschikobawa sowie Thomas Gamkrelidse und Givi Matschawariani (ihre Arbeit über das Sonantensystem und den Ablaut, 1965); das etymologische Wörterbuch der kartwelischen Sprachen erstellte Georgi Klimow.