Der Berg Kasbek (5054 m) und die Gergeti-Dreifaltigkeitskirche – ein Sinnbild des Naturerbes Georgiens und Ankerpunkt für die geologischen und biologischen Materialien des Archivs.

Die Dreifaltigkeitskirche steht auf einem Sporn unterhalb des Kasbek, auf zweitausendeinhundertsiebzig Metern, über dem Dorf Gergeti bei Stepanzminda. Sie wurde im vierzehnten Jahrhundert erbaut und ist die einzige Kreuzkuppelkirche in Chewi; daneben steht ein freistehender Glockenturm derselben Zeit. Der Berg selbst misst nach der georgischen Vermessung von 2019 5054 Meter, auf internationalen Karten steht meist 5033.
Die Höhe war kein Schmuck, sondern Kalkül. In gefährlichen Zeiten trug man die Heiligtümer von Mzcheta hier herauf, unter den Gletscher: der Überlieferung nach wurde das Kreuz der heiligen Nino in Gergeti verborgen, als die Perser gegen Tiflis zogen. Die Kirche gehörte der Gemeinde von Gergeti, der Weg hinauf steigt bis heute steil an, und zu Fuß von Stepanzminda dauert der Aufstieg anderthalb bis zwei Stunden.
Bei den russischen Dichtern wurde der Kasbek zum Gemeinplatz, doch die Zuschreibungen sind durcheinander. Das Kloster auf dem Kasbek schrieb Puschkin im Herbst 1829 auf dem Rückweg aus Arzrum. Welches Kloster er meinte, ist strittig: die Dreifaltigkeit von Gergeti oder das Höhlenkloster Betlemi weit darüber, auf etwa 3800 Metern, das die Mönche an einer Eisenkette erreichten. Lermontow schrieb nicht über diese Kirche: bei ihm ziehen sich Kasbek und die Darjali-Schlucht als Landschaft und als Bild durch den Dämon und Ein Held unserer Zeit.
1988 zogen die sowjetischen Behörden eine Seilbahn zur Kirche und stellten die obere Station direkt an ihre Mauern. Die Bewohner von Stepanzminda sahen darin eine Schändung und zerstörten sie bald. Heute ist die Kirche in Gebrauch, daneben wurde ein Kloster wiedererrichtet, und der Aufstieg bleibt der bekannteste Weg in Chewi.