Sakartvelo line Ein georgisches historisches Archiv

Die Ursprünge des Weinbaus und die Domestizierung der Rebe

Weinspuren in neolithischer Keramik (~6000 v. Chr.) weisen den Südkaukasus als eines der Zentren der Domestizierung der Rebe Vitis vinifera aus – ein Thema an der Schnittstelle von Natur, Genetik und Alltag.

Die Ursprünge des Weinbaus und die Domestizierung der Rebe
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Der Südkaukasus ist eine der Hauptwiegen des Weinbaus. Die weltweit ältesten chemischen Spuren von Traubenwein wurden in neolithischer Keramik von den Fundstätten Gadatschrili Gora und Schulaweris Gora gefunden, etwa 50 km südlich von Tiflis, datiert auf 6000–5800 v. Chr.

Der Wein wurde anhand von Weinsäure (Tartrat) – einem Biomarker der Rebe Vitis vinifera – zusammen mit begleitenden Verbindungen in den Gefäßwänden identifiziert. Die Studie unter Leitung des Molekulararchäologen Patrick McGovern (University of Pennsylvania) wurde 2017 in der Zeitschrift PNAS veröffentlicht; diese Funde sind 600–1000 Jahre älter als der zuvor bekannte Wein aus Iran.

Was die Rebe selbst betrifft, zeigte eine große Genomstudie von 2023 (Zeitschrift Science), dass die Weinrebe vor etwa 11.000 Jahren gleichzeitig in zwei Regionen domestiziert wurde – in Vorderasien (der Levante) und im Kaukasus –, woraus Tafel- und Weinsorten hervorgingen.

Georgien hat dieses Erbe bewahrt: Hier sind über 500 einheimische Rebsorten bekannt sowie die traditionelle Qvevri-Gärmethode, die 2013 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

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