Sakartvelo line Ein georgisches historisches Archiv

Das Tor von Ganja (Derbent) und das Grab Davids IV. in Gelati

Am südlichen Tor von Gelati ist David IV. der Erbauer begraben – so, dass Eintretende auf seine Platte treten; gegenüber ist in die Mauer ein Torflügel eingelassen, um dessen Herkunft zwei Versionen streiten – eine Ganja- und eine Derbent-Version.

1139

Das Tor von Ganja (Derbent) und das Grab Davids IV. in Gelati
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David IV. der Erbauer (gest. 1125) ist im Kloster Gelati begraben, das er selbst gegründet hat. Seinem Testament gemäß wurde er nicht im Inneren der Kirche bestattet, sondern am südlichen Tor – so, dass jeder Eintretende auf seine Grabplatte tritt; darin sieht man ein Zeichen der Demut des großen Königs.

Auf der Platte steht eine Inschrift in altertümlicher Majuskelschrift (Asomtawruli); der Überlieferung nach sind es von David selbst gewählte Worte eines Psalms: «Dies ist meine Ruhe für immer und ewig; dies begehre ich, hier will ich wohnen» (Ps. 131,14). Der Stein ist von den Füßen der Eintretenden stark abgetreten.

Gegenüber dem Grab ist in die Mauer ein Flügel eines schmiedeeisernen Tores eingelassen – eine berühmte Trophäe. Um dessen Herkunft streiten zwei Versionen.

Die erste, die Ganja-Version (gestützt durch die arabische Inschrift auf dem Tor selbst): Das Tor wurde 1063 vom Meister Ibrahim ibn Osman im Auftrag des Emirs von Ganja aus der Dynastie der Schaddadiden geschmiedet; 1139, nach einem Erdbeben, das Ganja verwüstete, brachte es Davids Sohn, König Demetre I., als Trophäe fort.

Die zweite, die Derbent-Version: Die Volksüberlieferung schreibt das Tor David dem Erbauer selbst zu, der es angeblich aus Derbent (Darubandi) mitgebracht habe, das unter georgischem Einfluss stand. Diese Version wird bestritten: Die Inschrift nennt Ganja, nicht Derbent, und David starb Jahre vor der Eroberung des Tores. Der Streit zwischen der Ganja- und der Derbent-Zuschreibung ist bis heute nicht beigelegt.

Doch die beiden Versionen liegen weniger weit auseinander, als es scheint. Das Tor wurde 1063 im Auftrag des Ganja-Emirs Schawur ibn al-Fadl (Abu-l-Aswar) aus der kurdischen Dynastie der Schaddadiden geschmiedet, und dessen Sohn Fadl II. eroberte bald darauf Derbent; um 1075 hielt ein seldschukischer Statthalter Ganja und Derbent gemeinsam. Eine Zeit lang standen beide Städte unter einer Herrschaft – daher vermischten sich die Ganja- und die Derbent-Zuschreibung leicht. Auch das Wort «Darband» selbst bedeutet «verschlossenes Tor» – so heißt auch Derbent –, und David der Erbauer war als Oberherr Derbents bekannt; all dies nährte die Überlieferung.

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