Die fünf Dmanisi-Individuen unterscheiden sich stark in Hirnvolumen (546–730 cm³) und Gesichtsbau. Lordkipanidze und Kollegen deuteten diese Vielfalt 2013 als Variation innerhalb einer einzigen Entwicklungslinie von Homo erectus – wonach separat benannte Arten wie Homo habilis und Homo rudolfensis eine einzige Linie sein könnten. Andere Forscher (Vorschlag einer eigenen Art Homo georgicus für den Unterkiefer D2600) sehen hier echte Artenvielfalt. Die Debatte hält an – ein anschauliches Beispiel dafür, wie unterschiedlich dieselben Funde gelesen werden können.

Die fünf Schädel von Dmanisi unterscheiden sich stark voneinander – im Hirnvolumen (546–730 cm³) sowie in Größe und Form des Gesichts –, obwohl sie vom selben Ort und derselben Schicht stammen.
2013 schlugen David Lordkipanidze und Kollegen (in Science) vor, diese Vielfalt als gewöhnliche innerartliche Variation einer einzigen Homo-erectus-Linie zu betrachten. Wenn dem so ist, könnten frühe Arten wie Homo habilis und H. rudolfensis Varianten ein und derselben Art sein.
Andere Paläoanthropologen widersprechen und sehen echte Artenvielfalt (für den Unterkiefer D2600 wurde sogar eine eigene Art, Homo georgicus, vorgeschlagen). Die Debatte geht weiter – ein anschauliches Beispiel dafür, wie unterschiedlich dieselben Knochen gedeutet werden können.