Sakartvelo line Ein georgisches historisches Archiv

Chaduna

Café und Weinbar, Verkostungen von David Dukaschwili

Chaduna
© Chaduna

In der Galaktion-Tabidse-Straße, unweit des Freiheitsplatzes, führt David Dukaschwili ein kleines Café und eine Weinbar namens Chaduna. Wein wird hier weniger getrunken als verstanden.

Bei der Verkostung stellt Duka fünf Gläser vor den Gast. Darunter sind Qvevri- und Bernsteinweine. Das Gespräch beginnt beim Wein und geht rasch tiefer: in achttausend Jahre georgischen Weinbaus, in den Bau eines Qvevri, in die verschiedenen Weinregionen und in die Frage, warum ein und derselbe Wein je nach Zugang anders wirken kann. Duka erklärt, wohin man schauen, woran man riechen, wonach man im Geschmack suchen soll. Irgendwann wird klar, dass die Verkostung hier nicht dazu da ist, zu entscheiden, ob einem der Wein gefällt, sondern dazu, ihn hören zu lernen.

Die Karte führt mehr als sechzig Weine. Das Essen wird mit Liebe gekocht.

Einmal im Monat ändert Chaduna seinen gewohnten Rhythmus und wird zum Ort der Winyl Sessions. Duka legt Platten aus der eigenen Sammlung auf: seltene Pressungen, vergessene Aufnahmen, Alben, die man aus irgendeinem Grund ganz hören will. Musik füllt hier nicht die Pausen zwischen den Gesprächen. Umgekehrt: Die Gespräche entstehen um die Musik herum.

Zwischen den Platten erzählt Duka, wie ein Album aufgenommen wurde, wer daran gearbeitet hat, was im Studio geschah und warum die eine Aufnahme ganz anders klingt als die andere. Hinter diesen Geschichten stehen Jahre in der Musikindustrie und, so scheint es, weit mehr Zeit unter Platten.

Zur Musik wird der Wein gewählt. An einem Tisch sitzen Leute, die diese Aufnahmen auswendig kennen, und solche, die den Interpreten zum ersten Mal hören. Genau darin liegt der Sinn des Abends: kein Hintergrund, sondern Aufmerksamkeit. Für die Musik, für den Wein, für den Menschen gegenüber.

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