König von Kartli-Kachetien, «Patara Kachi»
1720–1798

Erekle II. (1720–1798), genannt «Patara Kachi» («der kleine Kachetier»), war einer der bedeutendsten georgischen Herrscher der Neuzeit. Als Sohn Teimuras II. nahm er von Jugend an an Feldzügen teil, auch im Dienst Nadir Schahs, wurde 1744 König von Kachetien und vereinte 1762, nach dem Tod seines Vaters, erstmals seit drei Jahrhunderten Kartli und Kachetien zu einem einzigen ostgeorgischen Königreich.
Er führte militärische und administrative Reformen durch, schuf ein stehendes Heer, förderte Handwerk und Handel und unterstützte Wissenschaft und Bildung: An seinem Hof stand Georgiens erste Druckerpresse, und dort wirkte der Historiker und Geograf Prinz Wachuschti Bagrationi.
Sein Leben lang manövrierte Erekle zwischen Persien, dem Osmanischen Reich und Russland auf der Suche nach einem Garanten der Unabhängigkeit. 1783 schloss er den Vertrag von Georgijewsk und stellte das Königreich im Austausch für Schutz vor äußeren Feinden unter den Schutz des Russischen Reiches.
Die Garantien versagten: 1795 verwüstete Agha Mohammad Khan Qajar Tiflis in der Schlacht bei Krzanissi, und russische Truppen kamen nicht zu Hilfe. Erekle starb 1798 in Telavi, ohne die Erfüllung des Vertrags zu erleben; 1801 wurde Ostgeorgien einseitig an Russland annektiert. Seine Herrschaft gilt als Dämmerung der georgischen Monarchie, eine Zeit persönlichen Muts angesichts einer unmöglichen Wahl.