Dmanisi ist die früheste zuverlässig datierte Fundstätte menschlicher Präsenz außerhalb Afrikas: Fossilien und Steinwerkzeuge sind zwischen 1,85 und 1,77 Millionen Jahre alt. Hier wurden die Überreste von fünf Individuen gefunden – der älteste Beleg dafür, dass die Gattung Homo Afrika verließ. Die Ausgrabungen leitet das Georgische Nationalmuseum unter David Lordkipanidze.

Dmanisi im Süden Georgiens, in Kwemo Kartli, ist die früheste zuverlässig datierte Fundstätte menschlicher Präsenz außerhalb Afrikas: Fossilien und Steinwerkzeuge sind hier zwischen 1,85 und 1,77 Millionen Jahre alt.
An einer einzigen Fundstätte wurden Überreste von gleich fünf Individuen entdeckt – ein seltener Glücksfall für die Paläoanthropologie. Ihre Schädel (D2280, D2282, D2700, D3444 und D4500) unterscheiden sich deutlich in Hirnvolumen und Gesichtsbau, was Dmanisi zum Zentrum einer Debatte darüber machte, wie viele frühe Arten der Gattung Homo tatsächlich existierten.
Der berühmteste Fund ist Schädel 5 (D4500), der vollständigste bekannte Schädel des frühen Pleistozäns. Unter den anderen ist der «Alte» (Schädel 4), der lange vor seinem Tod fast alle Zähne verlor und dennoch noch Jahre lebte; oft wird dies als früher Beleg für Fürsorge innerhalb der Gruppe gedeutet.
Die Ausgrabungen leitet das Georgische Nationalmuseum unter David Lordkipanidze. Die paläolithischen Schichten liegen unter den Ruinen einer mittelalterlichen Stadt und Festung, und die Fundstätte steht auf Georgiens Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe.