Erster Regierungschef Georgiens, in Paris getötet
1881–1930

Noe Ramischwili (1881-1930) wurde in Osurgeti in Guria geboren und wurde einer der Führer der georgischen Sozialdemokratie. Am sechsundzwanzigsten Mai 1918 unterzeichnete er die Unabhängigkeitsakte und wurde am selben Tag zum ersten Vorsitzenden der provisorischen Regierung Georgiens gewählt.
Die Regierung führte er nur kurz, im Juni löste ihn Noe Schordania ab, doch die ganze Republik hindurch hielt Ramischwili das Innenministerium, und 1919 war er zudem Kriegsminister. Das war der härteste Teil der Arbeit: Polizei, Garde, Niederschlagung von Aufständen, der Umgang mit dem bolschewistischen Untergrund.
Nach der Sowjetisierung ging er ins Exil und trat dem Komitee für die Unabhängigkeit Georgiens bei, das den Augustaufstand von 1924 vorbereitete; der Aufstand wurde niedergeschlagen. Am siebten Dezember 1930 wurde Ramischwili in Paris erschossen. Der Täter war ein georgischer Emigrant, hinter dem Anschlag sah man eine sowjetische Hand. Er ruht auf dem Friedhof von Leuville, wo später auch Schordania bestattet wurde.